In der Hochfrequenz kann es durchaus mal vorkommen, dass Bauteile als sogenannte "Lumped Elements" ausgeführt sind. Im allgemeinen bedeutet ein solches Element ein Bauteil, welches durch eine Leiterstruktur mit entsprechenden geometrischen Abmessungen dargestellt wird. Darunter gehören u.a.

  • gedruckte Spulen
  • gedruckte Kondensatoren
  • die Streifenleitung
  • Dickschichtleiterplatten

Im Leiterplattenlayout ist es problemlos diese zu entwickeln. Allerdings wie sieht denn das Schaltbild dazu aus? Das Problem ist, das grundsätzlich zum Schaltsymbol eine Beziehung zu einem Package existieren muss. Dies geschieht über eine Bibliothek, aus der das entsprechende Bauteil ausgewählt wird. Für sog. "Lumped Elements" gibt es jedoch diese nicht. Der Hintergrund ist die eindeutige Netzzuordnung. Bei einer gerouteten Verbindung besitzen die beiden Elemente an den jeweiligen Anschlüssen den selben Netzname. Die Leiterbahn also auch. Jeder Pin des selben Bauteils jedoch aufgrund der notwendigen Eindeutigkeit unterschiedliche Bezeichnungen. Hier ist bereits das Problem der gedruckte Spule. Die besitzt im Schaltbild zwei Anschlüsse, im Layout jedoch nur eine Netznummer und somit nur einen Anschluss. Daher ist es unmöglich Bauteile für diese Elemente in der Bibliothek zu erstellen. 

Hier soll nun am Beispiel einer gedruckten Spule ein Trick aufgezeigt werden, wie man den Sinn des Schaltbildes dem Layout näher bringt. Macht man es nicht, dann wird jemand, der die Funktion einer unbekannten Leiterplatte versucht zu verstehen, den Ort der Spule im Schaltbild lediglich erahnen kann. Garantiert aber nicht den elektrischen Wert.

Der Ausgangspunkt

Hier haben wir eine gedruckte Spule.

 Leiterplatte mit gedruckter Spule

So sollte eigentlich das Schaltbild dann aussehen.

Leider sieht es lediglich so aus.

Das Hinzufügen einer Pseudo-Spule

Zunächst sollte die grüne Netzleitung unauffällig gemacht werden, denn entfernen können wir sie nicht. Dies geschieht über Eigenschaften dieser Leitung. Nach der Aktivierung der Leitung mittels Rechtsklick das Menü öffnen und den Punkt Eigenschaften auswählen.

In dem geöffneten Fenster die Strichbreite "width" auf 0 setzen und die Linienart auf "shortdash". Noch unauffälliger geht es nicht.

 

Die Verbindung zwischen den beiden Widerständen ist nun unauffälliger geworden.

Die Erstellung des Pseudo-Symbols

Um eine korrekte Farbzuordnung zu erhalten, sollte bei der Zeichnung des Symbols die passende Standardfarbe verwendet werden. Zum Zeichnen des Symbols stehen die entsprechenden Werkzeuge zur Verfügung,.

Das Symbol für eine Spule kann nun mit den  Funmktionen "Arc" und "Line" erzeugt werden.

 

Das Symbol ist nun fertig und kann zwischen den Widerständen positioniert werden.

Beschriftung der Spule

Um zum einen eine eindeutige Zuordnung des Symbols zum Layout zu ermöglichen, sollte sowohl ein Name und evtl. ein Wert angegeben sein. Beide Parameter in den entsprechenden Farbzuordnungen. Das Gleiche muss später im Layout erfolgen falls eine Darstellung der Bedruckung erwünscht ist.

Der Name als auch der Wert des Bauteils kann mittels des Werkzeugs "Text" aus dem Werkzeugkasten" erstellt werden. Nach Auswahl des Icons öffnet sich ein Textfenster. Dort kann man die entsprechenden Parameter eingeben.

 Nach der Positionierung sieht das Ganze dann folgendermaßen aus.

Wir haben nun ein fertiges Bauteil, das aber noch irgendwie nicht angeschlossen ist. Mit der Vernetzung geht es nicht, da es dann Ärger gibt. Es gibt jedoch einen Weg, dem Beobachter zu täuschen, indem einfach gleichfarbige Linien über die Netzleitung mit der passenden Dicke und Farbe gezeichnet wird.

Die dicken Leitungen einzeichnen

Eagle besitzt Standard Layer mit entsprechenden Bedeutungen. Es ist aber auch möglich zusätzliche, eigene Layer mit frei wählbaren Farben zu definieren. Was spricht nun dagegen hier einen zusätzlichen Layer zu definieren und ihm die selbe Farbe zuzuordnen?

Unter Display kann der neue Layer definiert werden. Zuvor sollte die Farbe des Layers "Nets" ermittelt werden. Den Zugang zur Farbpalette erhält man durch Anklicken des Farbbuttons.

 Nachdem der Layer definiert und entsprechend ausgewählt worden ist, können die gestrichelten Linien im Schaltbild überzeichnet werden.

Das war es.

Fällt der Unterschied zwischen den beiden Spulen großartig auf? Ich glaube nicht. Besser als gar nichts.